Anlässlich des 65. Jahrestages der Bombardierung Dresdens blasen Neonazigruppen wieder spektrenübergreifend zu einem Großaufmarsch. Erwartet werden bis zu 10.000 TeilnehmerInnen aus ganz Europa. Gegen dieses Treiben, das bewusst versucht, den Zusammenhang von Ursache und Wirkung sowie Täter und Opfer zu verkehren und im Geschwafel vom sog. "Bombenholocaust" kulminiert, formiert sich seit mehreren Jahren Widerstand. Den seit Jahren regelmäßig stattfindenden Großaufmarsch der Nazis - im letzten Jahr marschierten 7000 Rechtsextreme in Dresden - zu verhindern, gelang bislang jedoch nicht. In diesem Jahr hat sich deshalb u.a. das Bündnis Dresden Nazifrei konstituiert. Ein entsprechender Aufruf wurde von zahlreichen Personen unterzeichnet, darunter auch von Bela B. von Die Ärzte (Interview). Anstatt sich über dieses Engagement zu freuen, bläst die sächsische Justiz zu einem einmaligen Kriminalisierungsversuch, verbunden mit verschiedenen Hausdurchsuchungen in Sachsen und Berlin und der Internetzensur der Homepage von Dresden Nazifrei. Der Aufruf, den Naziaufmarsch zu blockieren, sei eine Straftat. Der dadurch hervorgerufene Solidarisierungseffekt dürfte den Protesten gegen die Nazis jedoch erfreulicherweise eher neuen Aufschwung verliehen haben. Wer sich über Anreisegelegenheiten aus seiner Gegend informieren möchte, kann dies hier tun.
Verfasst von LLL am Donnerstag, 04. Februar 2010
wünscht das Lippstädter Bündnis gegen Rechts einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Dass auch in Zukunft genügend für uns zu tun ist, verdeutlichte jüngst der Artikel vom 13.11. in "Der Patriot" über eine Familie in Lippstadt, die offensichtlich von Rassisten bedroht und terrorisiert wird. Auch andere Entwicklungen in Lippstadt so wie in der Gesamtgesellschaft sind sehr bedenklich.
Trotzdem oder gerade deshalb wünschen wir allen unseren FreundInnen einen guten Start ins neue Jahr.
Verfasst von LLL am Montag, 28. Dezember 2009
09. November: Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht
Auch 71 Jahre nach der Pogromnacht von 1938 wird es in Lippstadt wieder eine Gedenkveranstaltung geben
Am Montag, den 9. November ruft die Grüne Jugend Lippstadt zu einer Mahnwache in Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938 auf. In jener Nacht wurden auch in Lippstadt Geschäfte jüdischer InhaberInnen geplündert und zerstört, die Synagoge abgebrannt und Mitglieder der jüdischen Gemeinde verhaftet. Von 16-16.30 Uhr laden Sprecherin Ulrike La Gro und Sprecher Tim Schreiber zu einer Veranstaltung am jüdischen Erinnerungszeichen in der Rathausstraße ein. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden SchülerInnen Lippstädter Schulen das Lippstädter Memorbuch präsentieren. Für das im letzten Jahr gestartete Projekt recherchieren BürgerInnen im Stadtarchiv und verfassen Lebensläufe Lippstädter Jüdinnen und Juden.
Außerdem werden Sängerinnen und Sänger der Kantoreichöre der evangelsichen Kirchengemeinde die Veranstaltung musikalisch gestalten.
09. November / 16 Uhr / Jüdischen Erinnerungszeichen, Rathausstraße / Lippstadt
Verfasst von LLL am Montag, 09. November 2009
Letzte Ergebnisse der Bundestagswahl zeigen, dass in Lippstadt, 3.747 Menschen rechte Parteien gewählt haben. Das sind immerhin 18 Menschen weniger als im Jahr 2005.
Dennoch hat die NPD mit 0,8 Prozent 2009 (0,6 Prozent-2005) abgeschnitten, was immer noch alamierend ist.
Der stärkste Wahlbezirk der NPD waren das Wahllokal Barbarossa Residenz in der Innenstadt von Lippstadt, der Briefwahlbezirk VII, der Wahlbezirk WLE, Herringhausen, Josefschule, Rathaus und Hörste.
Die Rechten haben in Lippstadt zwar keine starken Wahlergebnisse erziehlt, aber dennoch mahnen auch diese Ergebnisse zur Wachsamkeit.
Verfasst von micruepp am Sonntag, 27. September 2009
Zur Bundestagswahl hat die neonazistische NPD auch dieses Mal einen eigenen Kandidaten für den Kreis Soest. Mag es sich dabei mit dem Lünener Harald Röhl zwar um einen Auswertigen handeln, so tritt im Wahlkreis Unna I mit Holger Steinbiß ein Lippstädter an.
Verfasst von LLL am Freitag, 25. September 2009
Für den 5. September 2009 mobilisieren die Dortmunder Neonazis europaweit zum so genannten "nationalen Antikriegstag". Dieser hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Aufmärsche der sich selbst als "Autonome Nationalisten" bezeichnenden Nazis entwickelt. Sie nehmen international eine Vorreiterrolle für die aktionsorientierte extreme Rechte ein, so dass der Ausgang des Aufmarsches Relevanz für die kommende Entwicklung der Szene in Deutschland und in Europa haben wird. Dementsprechend hat dieser Aufmarsch mit "Event-Charakter" eine ganz besondere Brisanz, die nicht nur den Dortmunder Nazistrukturen Aufwind verleihen soll.
Verfasst von LLL am Dienstag, 01. September 2009
Nachtrag zum Gedenken an die Karfreitagsmorde (Originaltext von LLL) Anlässlich des Jahrestages der Karfreitagsmorde fand auch in diesem Jahr die traditionelle Gedenkkundgebung am Karsamstag, 11. April 2009, in Lippstadt statt. Damit wird der zahlreichen Widerstandskämpfer, Zwangsarbeiter und Nazigegner gedacht, die 1945 in den letzten Kriegstagen von SS und Gestapo in der Bittermark ermordet wurden. Unter den Opfern auch Lippstädter Widerständler und französische Zwangsarbeiter des Unionwerkes in Lippstadt.
Neben dem Bürgermeister sprach u.a. Ernst Söder vom Internationalen Rombergparkkomitee, der zur Erinnerung mahnte und ein verstärkten Kampf gegen Neonazis wie die NPD forderte. In einem weiterem Redebeitrag wies die Junge Linke vor allem auf lokale Begebenheiten hin. So thematisierte sie den rechtsextremen Vorsitzenden des Vereins Teutonia Lippstadt, Klaus Petri. Von diesem hatte sich weder der Bürgermeister noch der Verein selbst distanziert, stattdessen wurde der NPD-Anhänger wiedergewählt. Ebenfalls beleuchtet wurde die junge Neonaziszene in der Region.
Verfasst von micruepp am Sonntag, 21. Juni 2009
Rund 400 Neonazis überfielen am 1. Mai 2009 die Maikundgebung des DGB in Dortmund und attackierten die TeilnehmerInnen mit Flaschen, Steinen und Holzlatten. Der Vorfall stellt eine neue Dimension neonazistischer Gewalt dar. Nie zuvor wurde in dem Ausmaße eine friedliche Kundgebung durch Neonazis derart angegangen. Die Dortmunder Neonaziszene um die sog. "Autonomen Nationalisten" versuchen so ihren "KameradInnen" bundesweit zu zeigen, dass in Dortmund "immer was geht". Inwiefern die Übergriffe weiteren Mobilisierungseffekt für den am 5. September geplanten Nazigroßaufmarsch haben wird, muss sich noch zeigen. Die Dortmunder Polizei selbst, die über Jahre hinweg untätig zugeschaut hat und sich Gegenprotesten in den Weg stellte, zieht nun ein Verbot der Nazidemo in Betracht...
Verfasst von LLL am Sonntag, 17. Mai 2009
Auch in diesem Jahr findet am 11. April am Lippstädter Gedenkstein für die Opfer des Faschismus eine Gedenkkundgebung für die am Karfreitag 1945 in der Dortmunder Bittermark von der Gestapo ermordeten Zwangsarbeiter und Widerstandskämpfer statt.
Im Anschluss wird die neue Broschüre zum Gedenkstein vorgestellt und eine Infoveranstaltung zur Neonaziszene in NRW mit Jan-Henning Schmidt (Antifaschistische Bildungsinitiative) stattfinden.
Verfasst von LLL am Montag, 06. April 2009
Am 3. April 2009 gibt es im Soester 21 (ex sonic) was für und auf die Ohren: Rock gegen Rechts mit Live-Bands. Es spielen Transistor Megaphone, Ante Nox, Blacken und Gleis 6. Das Konzert wird von der Grünen Jugend Warstein präsentiert. Einen Flyer zur Veranstaltung gibt es hier.
Verfasst von LLL am Montag, 30. März 2009