:: Dresden: Nazi-Großaufmarsch und die sächsische Justiz :: (727 Aufrufe)

Verfasst von LLL am Donnerstag, 04. Februar 2010, 18:59 Uhr

Anlässlich des 65. Jahrestages der Bombardierung Dresdens blasen Neonazigruppen wieder spektrenübergreifend zu einem Großaufmarsch. Erwartet werden bis zu 10.000 TeilnehmerInnen aus ganz Europa. Gegen dieses Treiben, das bewusst versucht, den Zusammenhang von Ursache und Wirkung sowie Täter und Opfer zu verkehren und im Geschwafel vom sog. "Bombenholocaust" kulminiert, formiert sich seit mehreren Jahren Widerstand. Den seit Jahren regelmäßig stattfindenden Großaufmarsch der Nazis - im letzten Jahr marschierten 7000 Rechtsextreme in Dresden - zu verhindern, gelang bislang jedoch nicht. In diesem Jahr hat sich deshalb u.a. das Bündnis Dresden Nazifrei konstituiert. Ein entsprechender Aufruf wurde von zahlreichen Personen unterzeichnet, darunter auch von Bela B. von Die Ärzte (Interview). Anstatt sich über dieses Engagement zu freuen, bläst die sächsische Justiz zu einem einmaligen Kriminalisierungsversuch, verbunden mit verschiedenen Hausdurchsuchungen in Sachsen und Berlin und der Internetzensur der Homepage von Dresden Nazifrei. Der Aufruf, den Naziaufmarsch zu blockieren, sei eine Straftat. Der dadurch hervorgerufene Solidarisierungseffekt dürfte den Protesten gegen die Nazis jedoch erfreulicherweise eher neuen Aufschwung verliehen haben. Wer sich über Anreisegelegenheiten aus seiner Gegend informieren möchte, kann dies hier tun.
 Druckerfreundliche Ansicht

Dresden: Nazi-Großaufmarsch und die sächsische Justiz | Anmelden bzw. neues Benutzerkonto einrichten | 0 Kommentare
Wir sind nicht verantwortlich für Kommentare unserer Benutzer