:: Bundestagswahl: NPD in und aus dem Kreis Soest - Keine Stimme den Nazis! :: (1323 Reads)

Posted by LLL on Friday, September 25, 2009 - 06:30 PM

Zur Bundestagswahl hat die neonazistische NPD auch dieses Mal einen eigenen Kandidaten für den Kreis Soest. Mag es sich dabei mit dem Lünener Harald Röhl zwar um einen Auswertigen handeln, so tritt im Wahlkreis Unna I mit Holger Steinbiß ein Lippstädter an.
Dass NPD-Mitglieder oft nicht in ihrem eigenen heimischen Wahlkreis antreten, ist nichts Neues. In aller Regel hat es wenig Vorteile, wenn im eigenen Wohnumfeld allzu viele Menschen von einem derartigen Engagement erfahren. So kandidierte etwa der Lippstädter Klaus Petri zur Bundestagswahl 2005 in Rheinland-Pfalz auf einer NPD-Liste. Breiter thematisiert wurde dies erst drei Jahre später und blieb - leider - als Thema der breiten Öffentlichkeit im Sommerloch stecken. Seine Stellung beim Sportverein Teutonia Lippstadt büßte er dadurch nicht ein.

In einem ausführlichen Artikel beschäftigt sich die Antifa UNited u.a. mit den Kandidaten Holger Steinbiß aus Lippstadt. Zu Steinbiß heißt es dort:

Steinbiß wurde Anfang der Neunziger Jahre in der Berliner Nazi-Szene politisiert. Unter anderem war er schon damals in der "Nationalistischen Front" (NF) organisiert, einer Nazi-Gruppe, die auch regelmäßig Wehrsportübungen durchführte. Sie wurde im November 1992 vom Innenministerium verboten. Steinbiß war außerdem Redaktionsmitglied der Zeitschrift "NS-Denkzettel". Ende 1994 durchsuchte deshalb die Polizei seine Wohnung. Die Zeitschrift hatte zuvor über den "Weißen Arischen Widerstand", ein Konzept des "führerlosen Widerstandes", berichtet. 1993 hatten Neonazis unter dem Label "Weißer Arischer Widerstand" einen Handgranatenangriff auf ein Flüchtlingsheim in Berlin-Weißensee verübt. Eine Zugehörigkeit zu dieser Gruppe konnte Steinbiß aber nicht nachgewiesen werden.

Wärend Steinbiß in den 90er Jahren häufig auftauchte wurde es nach dem Verbot der "Nationalistischen Front" ruhig um ihn. Später trat Steinbiß dann jedoch in die NPD ein. Auf einer NPD-Demonstration im März 2009 in Osnabrück betätigte sich Steinbiß als Anti-Antifa-Fotograf, indem er GegendemonstrantInnen abfotografierten. In der Neonazi-Szene tauchen immer wieder so genannte Anti-Antifa-Listen mit Fotos und persönlichen Daten von AntifaschistInnen auf. Auch der "Nationale Widerstand Unna" veröffentlichte zu Beginn diesen Jahres solch eine Liste mit Drohungen.

Als Berufsbezeichnung gibt Steinbiß "technischer Zeichner" an. Er handelt aber professionell mit NS-Devotionalien, wie alten SS-Abzeichen, Uniformen oder Dokumenten. Bei militaria123.com bietet er unter dem Pseudonym "Edelschwarte" hunderte von Devotionalien aus dem Nationalsozialismus an.



Widerstand gegen die Neonazis der NPD kann vielseitig aussehen. Das Organisieren von Protestveranstaltungen, Aufklärung über lokale Strukturen und kreative Aktionen sind Möglichkeiten hierzu.
Unsere Wahlempfehlung: Keine Stimme den Nazis!
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