:: 11. April: Gedenkveranstaltung am Union-Stein  :: (1324 Reads)

Posted by LLL on Monday, April 06, 2009 - 05:15 PM

Auch in diesem Jahr findet am 11. April am Lippstädter Gedenkstein für die Opfer des Faschismus eine Gedenkkundgebung für die am Karfreitag 1945 in der Dortmunder Bittermark von der Gestapo ermordeten Zwangsarbeiter und Widerstandskämpfer statt.

Im Anschluss wird die neue Broschüre zum Gedenkstein vorgestellt und eine Infoveranstaltung zur Neonaziszene in NRW mit Jan-Henning Schmidt (Antifaschistische Bildungsinitiative) stattfinden.

Auch in diesem Jahr findet am Lippstädter Gedenkstein für die Opfer des Faschismus eine Gedenkkundgebung für die am Karfreitag 1945 in der Dortmunder Bittermark von der Gestapo ermordeten Zwangsarbeiter und Widerstandskämpfer statt. Wenn der Widerstand, der dem Nazistaat entgegengesetzt wurde, auch insgesamt zu schwach war und auf tragische Weise scheiterte, so gab es dennoch zahlreiche Menschen, die sich ihrer menschlichen Würde nicht berauben ließen und das allgegen- wie auch widerwärtige Unrecht nicht akzeptieren wollten. Und auch in Lippstadt gab es während der gesamten Zeit der nationalsozialistischen Tyrannei aufrichtige Antifaschisten, die unter der Bedrohung ihres Lebens zum Widerstand bereit waren. In den Unionswerken, einem damals großen Rüstungsunternehmen, formierte sich eine kleine Widerstandsgruppe, welcher von Kommunisten bis gläubigen Christen Menschen unterschiedlichster Weltanschauung angehörten. Was sie verband, war die Überzeugung, dass der Nationalsozialismus als verbrecherischste aller denkbaren Staatsformen unbedingt besiegt werden müsse, um eine freiere und menschlichere Gesellschaft zu erreichen. Dieser Gedanke prägte ihr politisches Handeln. Um die Wahrheit über das Geschehen an der Front zu erfahren und den Durchhalteparolen vom Endsieg entgegenzuwirken, hörten sie den Rundfunk der Allierten und verbreiteten – soweit möglich – die wichtigsten Nachrichten. Aus Solidarität mit den französischen Zwangsarbeitern, die unter menschenunwürdigsten Bedigungen in den Unionswerken arbeiten mussten, versorgten die Lippstädter Antifaschisten ihre Kollegen mit Lebensmitteln. Hierbei wurden sie entdeckt und verraten. Als sich der baldige Sieg der Alliierten und der Zusammenbruch Nazi-Deutschlands abzeichnete, setzten die Nazis zu einer letzten barbarischen Offensive an der Heimatfront an. Sie verhafteten und ermordeten in zahlreichen Städten viele der Menschen, von denen sie vermuteten, dass ihre Gegnerschaft zum Nationalsozialismus ungebrochen sei. In diesem Zusammenhang fanden auch die Verhaftungen der Lippstädter statt. Sie wurden von der Gestapo festgenommen, gefoltert und mit Stacheldraht gefesselt nach Dortmund gebracht. Da die Dortmunder Polizeiwache überfüllt war mit politischen Gefangenen, von denen ein Großteil das gleiche Schicksal erwartete, wurden die Lippstädter Arbeiter in die Polizeiwache nach Herne gebracht, wo die Tortur für sie weiterging. In den darauf folgenden Tagen wurden auf einer Waldlichtung in der Bittermark, im Rombergpark und auf dem Eisenbahngelände zwischen Hörde und Berghofen etwa 300 Menschen ermordet, unter ihnen auch die Lippstädter. Bei den Getöteten handelte es sich um Zwangsarbeiter aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Jugoslawien, Polen, der Sowjetunion und deutsche Widerstandskämpfer. Nur kurze Zeit später, am 13. April 1945, kamen die amerikanischen Soldaten nach Dortmund - für die Zwangsarbeiter und Widerstandskämpfer war es leider zu spät.

Wir werden diese Verbrechen nicht in Vergessenheit geraten lassen!

Wir werden dafür Sorge tragen, dass

Friedrich Sprink
Franz Engelhard
Stefan Freitag
Albert Klar
Johann Liebner
Franz Schultenjohann
Robert Vanderyssen
Leon Chadirac
Robert Deyredk
Edouar Abjean-Uguen
Robert Geoffroy
Paul Deleforge-Burette und
Leon Deloor

als Opfer der nazistischen Barbarei, aber auch als antifaschistische Kämpfer für eine freie und menschenwürdige Gesellschaft in der Erinnerung bleiben!

Karsamstag, 11. April 2009, 11.00 Uhr, Lippstadt, St.-Joseph-Kirche

Weitere Informationen gibt es auch hier.
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