Am 3. März wollen Nazis durch Münsters Straßen marschieren und ihre menschenverachtende Ideologie propagieren. Bereits 2006 verhinderten Blockaden von Anwohner_innen und antifaschistischen Initiativen einen Versuch von Nazis durch das Hansaviertel zu ziehen. Nach wenigen Metern hatte es sich ausmarschiert. Die Straße war von vielen hundert Menschen besetzt, gemeinsam wurde so der Naziaufmarsch verhindert. (...)
Weitere Infos gibts unter keinenmeter.de.ms
Verfasst von LLL am Freitag, 03. Februar 2012
An dieser Stelle ein paar wichtige Notizen, die ein Bündnis gegen Rechts, nicht unerwähnt lassen kann. +++ Der norwegische Rechtsextremist Anders Behring Breivik verübte am 22. Juli die Anschläge von Oslo und Utöya. Bei Detonation einer von ihm deponierten Autobombe im Osloer Regierungsviertel kamen 8 Menschen ums Leben, anschließend fuhr er auf die Insel Utöya, wo er 77 Teilnehmer eines sozialdemokratischen Jugendcamps gezielt ermordete. In seinem Bekennermanifest sah er seinen Terrorakt als Zeichen gegen "Kulturmarxismus" und moslemische Immigration. +++ Dass es in Deutschland keine Anzeichen eines (neuen) Rechtsterrorismus geben würde, hieß es unmittelbar nach den Anschlägen. Die Mordserie der Zwickauer Terrorzelle des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) kam erst später ans Licht. U.a. neben Sprengstoffanschlägen war der NSU verantwortlich für die gezielte Ermordung von Migranten, die unter dem rassistischen Schlagwort "Dönermorde" öffentlich diskutiert wurden. Die Verwicklung des Verfassungsschutzes in die Mordserie ist weiterhin Gegenstand von Debatten. +++ "Als echter Deutscher ging er durchs Leben" hieß es in einer Traueranzeige in der Lippstädter Tageszeitung Der Patriot. Verstorben war der rechtsextreme Klaus Petri, über den wir hier mehrfach berichtet haben. Eigene Traueranzeigen schalteten u.a. auch der Bürgermeister im Namen der Stadt, der Sportverein Teutonia sowie die CDU-Mittelstandsvereinigung. +++ Gegenstand öffentlicher Debatten ist weiterhin die sog. Demokratieklausel, mehrheitlich als Extremismusklausel und Bespitzelungsklausel bezeichnet. +++ Weiterhin beachtenswert sind der Abschluss der Studie Deutsche Zustände, die sich über die letzten 10 Jahre mit dem Phänomen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit beschäftigte, ebenso wie der aktuelle Antisemitismus-Bericht der Bundesregierung.
Verfasst von LLL am Freitag, 03. Februar 2012
Einen empfehlenswerten Beitrag mit dem Titel "Schützenhilfe für Neonazis" lieferte vor kurzem das Deutschlandradio. Darin wird anhand diverser Vorfälle in Bayern gezeigt, dass es nicht nur im Osten der Bundesrepublik zahlreiche braune Umtriebe gibt. Ebenso gezeigt wird, dass diese mal mehr, mal weniger "klammheimlich" geduldet oder gar unterstützt werden. In der Ankündigung heißt es "Von rechtsextremen Unterwanderungsversuchen ist oft die Rede, wenn bekannte Neonazis als Fußballtrainer Kinder indoktrinieren, bei der Freiwilligen Feuerwehr mitmachen oder wenn sie ganz bewusst für Elternbeiräte von Schulen oder Kindergärten kandidieren. Immer wieder schrecken solche Nachrichten die Öffentlichkeit auf." Oft jedoch scheint der Skandal im ausbleibenden Skandal zu bestehen. So mag man sich auch ein wenig an die Zustände hier in Lippstadt erinnert fühlen. Zwar hatten einzelne Parteien und Initiativen immer wieder auf die rechtsextremen Umtriebe von Klaus Petri hingewiesen, an seinem guten Ruf scheint dies aber keineswegs gekratzt zu haben. Sein Engagement in Burschenschaften, rechten Diskussionszirkeln, den REPs und schließlich der NPD sind hinlänglich bekannt und waren nie ein Geheimnis. Jenen, die einen Rausschmiss Petris als ersten Vorsitzenden beim Sportverein Teutonia 08 forderten, wurde vielmehr "Anmaßung und schlechter Stil" vorgeworfen. Nun, drei Jahre nachdem die Debatte um seine Person wenigstens noch das Sommerloch in der Lokalpresse füllen konnte, verabschiedet sich Petri in den Ruhestand. Dies jedoch nicht ohne umfangreich geehrt zu werden. Die Lippstädter Tageszeitung Der Patriot meldete, "Klaus Petri verlässt die Kommandabrücke" - und da man sich doch noch nicht so richtig verabschieden mochte, wurde er zeitgleich unter stehenden Ovationen einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gekürt. Im Sommerloch 2008 hatte Patriot-Chefredakteur Georg Böer sich in die Debatte um Petri eingemischt. Zu dessen extrem rechter Gesinnung schrieb er: "Kann das alles 'ausgeblendet' werden, wenn Petris Engagement in unserer Stadt angesprochen wird - so positiv er da auch immer aufgetreten sein mag?! Da geht es nicht um Sport hier und gute oder schlechte Politik dort, hier geht es ganz allgemein um die Gesinnung der Rechtsextremen, die sich auch Klaus Petri vorwerfen lassen muss, eine inakzeptable, menschenverachtende Gesinnung ..." Drei Jahre später jedenfalls hat man im Patriot-Sportteil schön "ausgeblendet" und was mal diskutiert wurde, ist längst vergessen...
Verfasst von LLL am Samstag, 16. Juli 2011
Der Spuk scheint ersteinmal vorbei: 150 Neonazis unter der Führung von Sascha Krolzig und Axel Reitz sind durch die Stadt marschiert. Abgeriegelt wurde der Aufmarsch von einem breiten Polizeiaufgebot, das Protest in unmittelbarer Nähe zu den Nationalsozialisten stark erschwert hat. Nichts desto trotz konnten sich die Nazigegner immer wieder bemerkbar machen - und das nicht nur auf der Kundgebung von Stadt und Bürgermeister, die fernab vom Geschehen eine eigene Veranstaltung durchführten. Besonders empfehlenswert ist zur Nachbereitung ein Artikel der Wochenzeitung Jungle World, in dem ein tieferer Einblick in die Neonaziszene vorgenommen wird.
Was nach dem Aufmarsch geblieben ist, ist ein Organisationsversuch von Soester Neonazis, die im Internet als "Nationale Sozialisten Soest" und "Freie Kameradschaft" auftauchen. Neben einem stümperhaften Webauftritt jedoch ist aus einschlägigen Quellen bekannt, dass es über kameradschaftliche Besäufnisse noch nicht groß herausgegangen ist. Ob es aber dabei bleibt, ist nicht gewiss, die Entwicklung vor Ort muss also im Auge behalten werden.
Verfasst von LLL am Freitag, 08. April 2011
Anlässlich des bevorstehenden Naziaufmarsches in Soest am Samstag (12.2.) hat sich die Antifa UNited Gedanken gemacht zum Thema "Trauerattitüde und Ausländerhass - Wie die Nazis einen Toten für ihre Zwecke einspannen". Der Text ist es wert, hier dokumentiert zu werden:
Die rechte Szene will in Soest aufmarschieren. Anlass ist ein Vorfall am 29. Januar, bei dem ein 20-Jähriger bei einer Party erstochen wurde. Bei der Mobilisierung tun sich Parallelen zum jährlichen Naziaufmarsch in Stolberg auf.
Was ist passiert?
Am 29. Januar feierten Schüler_innen des Soester Aldegrever-Gymnasiums eine Vorabiparty im Anno 1888, einer Gaststätte in der Soester Innenstadt. Im Verlauf des Abends kam es auf der Tanzfläche zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf ein 17-jähriger Besucher der Party mit einem Messer auf den 20-jährigen Tim K. einstach. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus gebracht, verstarb aber noch in der Nacht.
Im Rahmen der Fahndung konnte die Polizei den mutmaßlichen Täter festnehmen. Gegen ihn wurde mittlerweile Haftbefehl wegen Totschlags erlassen.
Was hat das mit Nazis zu tun?
Neonazis aus dem Spektrum der freien Kameradschaften dient der Vorfall als Grund, eine Demonstration in Soest durchzuführen. Um den Toten geht es ihnen dabei nur als Mittel zum Zweck. Dass der mutmaßliche Täter ein Deutscher mit türkischem Migrationshintergrund ist, lässt sie überhaupt erst auf die Tat aufmerksam werden.
Verfasst von LLL am Freitag, 11. Februar 2011
Am 12.2. - also am kommenden Wochenende - möchten Neonazis in der Kreishauptstadt aufmarschieren. Anlass ist des Aufmarsches ist der gewaltsame Tod eines Soesters durch einen "Jugendlichen mit Migrationshintergrund", wie es heißt. Die Nazis instrumentalisieren dieses traurige Ereignis um ihre rassistische Hetze zu verbreiten. Angeführt werden soll der Aufmarsch von den mehrfach vorgestraften Nazikadern Sascha Krolzig und Axel Reitz, bekannt als "Hitler von Köln". Die Soester Antifa und andere rufen zu Gegenaktivitäten auf.
Verfasst von LLL am Mittwoch, 09. Februar 2011
Damit möglichst viele Menschen auch aus dem Kreis Soest mithelfen Europas größten Naziaufmarsch in Dresden am 19.02.2011 zu verhindern, lädt das lokale Bündnis Dresden Nazifrei (Kreis Soest) für den 02.02.2011 um 19:00 Uhr zu einer Mobilisierungsveranstaltung in die Thomästraße 11 in Soest ein. Einen Bus aus der Region wird es auch geben.
Verfasst von LLL am Mittwoch, 26. Januar 2011
Auch das vergangene Jahr kann keine Entwarnung geben für Engagierte gegen Rechts. Die Langzeitstudie Deutsche Zustände für 2010 attestiert "rohe Bürgerlichkeit und soziale Vereisung" in der deutschen Gesellschaft, die Grundlage für Rassismus und Hass auf "wirtschaftlich Nutzlose" bildeten. Die Sarrazin- und "Integrationsdebatte", in der auch immer wieder fremdenfeindliche Töne ebenso wie Kulturrelativismus zu Tage gefördert wurden, kann davon Zeugnis ablegen. Eine Fülle von antisemitischen Straftaten und Ressentiments sind weiterhin alamierend. Der Umgang der Behörden ist oft mangelhaft und verschleiert Tatmotive eher als sie aufzudecken. Auch Initiativen gegen Rechts können zunehmend über Steine, die ihnen in den Weg gelegt werden, klagen und sind nicht selten Opfer von Diffamierungskampagnen. Auch auf lokaler Ebene ließe sich einiges Erschreckendes finden, genannt sei exemplarisch die Chronologie rechter Aktivitäten und Ereignisse für Dortmund.
Verfasst von LLL am Mittwoch, 26. Januar 2011
Esther Bejarano ging durch die Hölle von Ausschwitz und Ravensbrück, sie ist eine der letzten Überlebenden des Mädchenchores in Ausschwitz. Ihr Kinder Edna und Joram konnten und können den ungebrochenen Antisemitismus in der bundesdeutschen Mehrheitsgesellschaft am eigenen Leibe spüren. Seit vielen Jahren treten die Bejaranos mit weiteren Musikern als Gruppe "Coincidence" auf.
Verfasst von LLL am Mittwoch, 29. September 2010
Wie das Dortmunder Bündnis S4 mitteilt, ist Sven Kahlin, Neonazi und Mörder des Punkers Thomas "Schmuddel" Schulz vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Am 28.03.2005 erstach der damals 17-jährige Nazi-Skin den Punk in einer belebten Dortmunder U-Bahnstation, weil dieser Kahlins rechte Parolen nicht unkommentiert stehen lassen wollte. Kahlin unterhält weiterhin Kontakte zur Neonaziszene und wird als Held gefeiert. Dortmunder Nazigegner gehen deswegen am Mittwoch, 29.9., auf die Straße, um gegen ein Kameradschaftstreffen zu demonstrieren, bei dem auch Kahlin vermutet wird.
Demo: 29.09.2010 (Mittwoch) / 18 Uhr / Kampstraße Ecke Katharinenstraße / Dortmund
In Gedenken an Thomas Schulz: Kein Vergessen den Opfern neonazistischer Gewalt!
Keine Rückzugsräume für rechte Mörder! Infos: S4.BLOGSPORT.de
Verfasst von LLL am Sonntag, 26. September 2010